LTE, Triple-Play und Video-on-Demand – das Internet von Heute

DSLrechner

Das Internet ist mittlerweile überall und Jeder ist im Internet. Wer keinen Facebook Account hat oder die neuesten Youtube-Videos nicht kennt, ist „uncool“, wer für sein Unternehmen keine Webseite unterhält, verliert den Anschluss an die Konkurrenz. Wo früher noch mit Akustik-Koppler nur über die Telefonleitung ein Zugang zum weltweiten Netz möglich war, haben sich mittlerweile die Voraussetzungen geändert und technische Alternativen für die Internetnutzung wurden entwickelt. Natürlich funktioniert der Netzzugang nach wie vor über den Telefonanschluss, allerdings muss hierfür kein regulärer Telefonanschluss mehr geschaltet werden. Sogenannte entbündelte Anschlüsse ermöglichen die Nutzung, ohne die Schaltung einer herkömmlichen Telefonleitung und dank des sogenannten Voice over IP (VoIP) kann man dennoch telefonieren, nur eben über das Internet, anstatt die Telefonleitung. Möglich wird das durch die Nutzung anderer Frequenzkanäle, als die für die analoge Telefonie verwendeten.

Konkurrenz für den Telefonanschluss

War das DSL (Digital Subscriber Line), also die schnelle Internetnutzung über das Kupferkabel des Telefonanschlusses, zunächst die erste massentaugliche Zugangsart für private Haushalte, haben sich in den letzten Jahren im Wesentlichen zwei Konkurrenten hervorgetan, mit denen ebenfalls eine Internetnutzung mit Breitband-Geschwindigkeiten möglich ist. Das Kabelfernsehen hat bereits seit langem eine bestehende und stark verbreitete Infrastruktur, die sich nun unter bestimmten Voraussetzungen das sogenannte Kabelinternet zunutze machen kann.

Kabelinternet stellt den stärksten Wettbewerber zum DSL dar, nicht nur weil es die am zweithäufigsten genutzte Zugangsart ist, sondern weil es neben der praktischen parallelen Nutzung des Fernsehkabels bei der Übertragungsgeschwindigkeit derzeit gegenüber dem DSL und sogar dem VDSL (Very High Data Rate DSL) die Nase vorn hat. Denn obwohl VDSL bzw. die Ausbaustufe VDSL2 potentiell höhere Datenübertragungsraten erreichen kann, ist die tatsächlich beim Teilnehmer anliegende Bandbreite stark von der Länge der Teilnehmeranschlussleitung (TAL), der Entfernung vom nächsten Verteilerkasten, und anderen technischen Gegebenheiten abhängig. Während also VDSL-Anschlüsse für den Privathaushalt momentan mit maximal 50 MBit/s Downstream-Geschwindigkeit angeboten werden, können Kabelinternet-Nutzer bereits bis zu mehr als 100MBit/s erhalten. Auch preislich lohnt sich Kabelinternet vor allem für jene, die bereits Kabelfernsehen nutzen. Außerdem macht die Voice over Cable-Technologie ähnlich dem VoIP einen gesonderten Telefonanschluss obsolet, kann man doch hiermit ebenso über das Internet telefonieren.

Sowohl DSL-Provider wie T-Com als auch Kabelinternet-Provider wie Kabel Deutschland haben ihre Angebotspalette an die neuen technischen Möglichkeiten und die höheren Bandbreiten angepasst, so dass mittlerweile aus dem Internet-Anschluss ein Multimedia-Anschluss geworden ist, für den man Tarifpakete buchen kann, die Internetnutzung mit Telefonie und Fernsehen/ Video-on-Demand im sogenannten „Triple Play“ bündeln.

Internet aus dem Äther

Kabel und DSL Angebote sind abhängig von einer terrestrischen Anbindung, also einem Anschlusskabel, das über Land verlegt ist, darin besteht ein großer Nachteil gegenüber dem dritten großen Konkurrenten auf dem Breitband Markt, dem mobilen Internet. Der Auf- und Ausbau der terrestrischen Netzinfrastruktur ist ein aufwendiger und langwieriger Prozess, der sich gerade in ländlichen Gegenden aufgrund der größeren Entfernungen der einzelnen Teilnehmeranschlüsse oftmals ökonomisch nicht für die Anbieter lohnt. Aus diesem Grund sind noch immer nicht alle Landstriche der Bundesrepublik mit schnellen Internetzugängen versorgt.

Genau diese Versorgungslücke kann das mobile Internet aber in vielen Fällen schließen. Es macht sich zu diesem Zweck die Infrastruktur des Mobilfunknetzes zunutze. Moderne Übertragungsstandards wie UMTS und das darauf aufbauende HSDPA erreichen immerhin bereits bis zu 7,2 MBit/s. Das ist zwar kein Vergleich zu VDSL2 und Kabelinternet, aber bei weitem einem Internetzugang per Analogmodem mit 56 KBit/s überlegen. Dabei darf man schließlich auch nicht vergessen, dass der größte Anteil an Breitbandkunden in Deutschland bisher ebenfalls noch Bandbreiten zwischen 1 und 16 MBit/s nutzt. Selbstverständlich bleibt auch beim mobilen Internet die technologische Weiterentwicklung nicht stehen, die schwedische Firma Ericsson hat beispielsweise mit dem neuen Long Term Evolution (LTE) Standard bereits Datenraten von bis zu 160 MBit/s erreicht. Die ersten kommerziellen LTE-Netze haben im Jahr 2009 in Stockholm und Oslo ihren Betrieb aufgenommen, sie liefern einen Downstream von 100 MBit/s und einen Upstream von bis zu 50 MBit/s.